bekam für die Evangelische Kirche "Zum guten
Hirten" im März 2006 eine neue Orgel.
Rechts neben dem Altar, gegenüber der ausgedienten Kemperorgel - im Angesicht
der Gemeinde – hat "ein Kind unserer Zeit" einen würdigen Platz
gefunden.
Mit einem von Dr. Martin Kares entwickelten Konzept ist wiederum deutlich
geworden: weniger kann mehr sein.
Mit 15 Registern auf zwei Manualen und Pedal muss die Intonation - wie bei
allen kleineren Instrumenten - sehr differenzierte Wege gehen. Die meisten
Register haben im Hinblick auf optimale Mischungsverhältnisse Doppelfunktionen
zu erfüllen und müssen in Stärke und Charakter besonders vorbereitet sein.
Dabei stellt das Positiv mit seinem transparenten Glasgehäuse eine besondere
Herausforderung für den Intonateur dar. Nur eine Öffnung im Gehäusedach und
einzelne kleinere Öffnungen in der dem Spieler zugewandten Rückwand lassen den
Klang austreten.
Wie mensuriert und intoniert man in diesem Falle, wenn eine Gleichwertigkeit
der Manuale erwartet wird?
Die großen Pfeifen des Bourdon 8’ befinden sich aus Platzgründen seitlich,
unsichtbar im Podest unter der Orgel!
Die Vorgabe der Architekten hat aber auch etwas Spannendes. Hier lag die
Spannung zwischen Herausforderung und Anfechtung. Der Intonateur käme
normalerweise nie auf die Idee, einen Klang "einzusperren". Unter
diesen besonderen, vorgegebenen Umständen eine befriedigende Lösung zu finden,
war die Aufgabe des Intonateurs.
Das Ergebnis soll man nicht beschreiben, man sollte es hören.
Disposition
1. Manual
Rückpositiv C – f3
1. Gedackt 8’ C – Gs Holz
2. Blockflöte 4’
3. Flageolet 2’
4. Sesquialter 2
fach 2 2/3’, 1 3/5’
5. Quinte 1
1/3’
6. Oboe 8’
2. Manual
Hauptwerk C – f3
7. Prinzipal 8’ C
– cs1 Prospekt
7a. Oktave 4’ C – cs° Prospekt
8. Bourdon 8’ C
– h° Holz
9. Salicional 4’
10. Rohrflöte 4’
11. Oktave 2’
12. Mixtur 2
fach
Pedal C – d1
13. Subbaß 16’ C – H Doppeltöne
Manual-Schiebekoppel, PK1, PK2
Ungleichstufige Temperatur

